Ideen für eine notwendige Revolution

Die Art und Weise, wie wir unser Leben produzieren, ist dumm, gefährlich und grausam. Es ist an der Zeit über eine Revolution nachzudenken, die die Gesellschaft grundlegend verändert.
Wir haben Genoss*innen zu den revolutionären Momenten der 1970er Jahre befragt. Wir haben mit Leuten gesprochen, die sich derzeit an Debatten über eine neue Produktionsweise beteiligen. Wir haben dutzende Arbeiter*innen interviewt, die sich aktuell auf Gemüseäckern, in Umspannwerken, Krankenhäusern oder U-Bahnschächten zur Wehr setzen.
In “Jeder Acker, jede Fabrik” entwickeln wir aus all diesen Stimmen ein konkretes Bild davon, wie der Übergang in eine post-kapitalistische Gesellschaft aussehen könnte. - Für alle, die ihren Kopf nicht in den Sand stecken wollen.
Der Film ist eine gemeinsame Produktion von AngryWorkers und Labournet TV.
Der aktuelle globale Moment ist geprägt von einer klassischen Systemkrise: die Herrschenden wissen nicht, wie weiter, sie verwickeln sich in Spiralen von unsinnigen Kriegen, einem neuen Rüstungswettlauf und verzweifelten Versuchen, aus ausgelaugten Böden und grüngewaschenen Bull-Shit-Jobs noch soviel herauszuquetschen, dass sie keine offizielle Rezession verkünden müssen. Neue Technologien und Wissen werden für gesellschaftlich sinnlose oder zerstörerische Projekte verschwendet, während sich die Masse der Arbeiter*innen weiter auf Niedriglöhnen herumquälen. Die Zeichen stehen auf Zusammenbruch. Was wir brauchen ist eine kollektive Diskussion, wie wir nicht verzweifeln, sondern uns auf einen radikalen Wandel vorbereiten können.
Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der alle zusammen und bewusst entscheiden, wie wir unsere Ressourcen, unsere kollektive Arbeitskapazität und unser Wissen im Gemeinwohl aller und mit Rücksicht auf die Natur und kommende Generationen einsetzen können. Dies ist keine Hexerei oder Hippie-Utopie. Die Klassenbewegungen der Vergangenheit und ihre Theoretiker*innen haben uns einiges mit auf den Weg gegeben und als Klasse verfügen wir über ein enormes technisches und soziales Wissen - Wissen, das heute im privaten Unternehmensinteresse zerstückelt, monopolisiert und durch Patentämter bewacht wird.
Mit unserem Film wollen wir einen Beitrag zu dieser kollektiven Diskussion über einen Systemwandel leisten. Wir haben für den Film dutzende von Menschen interviewt. Zeitzeug*innen, die in den internationalen Bewegungen der 1970er Jahre das System von unten in eine Krise gestürzt haben; Genoss*innen, die sich kritisch mit dem Erbe der Sowjetunion auseinandersetzen; Feminist*innen und Aktivist*innen, die über die Voraussetzungen für eine befreite Gesellschaft sprechen; Arbeiter*innen, die aktuell auf dem Gemüseacker schuften, U-Bahnen fahren, Energieanlagen bauen, in Autofabriken arbeiten oder Kranke pflegen erklären wie ihre Arbeit vernünftig organisiert werden könnte. Wo kann es lang gehen und wie können wir es anpacken?

Vorpermiere auf dem Rio Reiser Platz, in Anwesenheit von Protagonist'innen und der Filmermacher*innen
Stadtteilladen, Maxim-Gorki-Straße 40